
Bruno S. als Kaspar Hauser in Werner Herzogs Jeder für sich und Gott gegen alle, von 1974
Ein spannendes Kapitel jüngerer deutscher Filmgeschichte stand im Mittelpunkt der Berlinale-Sonderreihe „Aufbruch der Filmemacher“. Ausgangspunkt war der Dokumentarfilm Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher, der sich mit der Entstehung, Entwicklung und den Krisen des legendären Filmverlags der Autoren in den frühen Siebzigerjahren beschäftigt. Produzenten und Autoren wie Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Thomas Schamoni, Michael Fengler, Veith von Fürstenberg, Hans W. Geißendörfer und Hark Bohm stehen für dieses turbulente, lebendige und auch streitbare Stück deutscher Filmgeschichte.
Der Dokumentarfilm Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher mit Zeitzeugnissen, Interviews und Filmausschnitten wurde am 11. Februar 2008 im Berliner Zoo-Palast uraufgeführt. Gemeinschaftlich hergestellt wurde der Film von dem Regisseur Dominik Wessely (Die Unzerbrechlichen), dem Produzenten Rainer Kölmel, der Schnittmeisterin Anja Pohl und dem Autor, Produzenten und früheren Filmverlags-Geschäftsführer Laurens Straub, der vor einem Jahr gestorben ist.
„Der Zoo-Palast ist ideal für diese Premiere und auch der richtige Ort, um eine große Persönlichkeit des deutschen Films und einen guten Freund, Laurens Straub, in angemessener Weise zu ehren“, sagte Festival-Direktor Dieter Kosslick. Viele der Mitglieder, Freunde, Verbündete des deutschen Films und sicherlich auch Gegner des Filmverlags waren an diesem Abend im Kino und auf der Bühne.

Aus dem Dokumentarfilm Gegenschuss - Aufbruch der Filmemacher
Anlässlich der Dokumentation startete am Samstag, 9. Februar 2008, im Filmkunst 66, einem mit der Geschichte des Filmverlags eng verbundenen Kino, eine Reihe mit sieben Spielfilmen. Gezeigt wurden Filme, die zu Klassikern wurden (wie Angst essen Seele auf von Rainer Werner Fassbinder) oder zu Unrecht in Vergessenheit gerieten (wie Ich liebe dich, ich töte dich von Uwe Brandner). „Seit Jahren zeigt die Berlinale in allen Sektionen, dass es um die Gegenwart des deutschen Films nicht schlecht bestellt ist“, meinte Alfred Holighaus, Kurator der Reihe. „Da ist es doch sinnvoll und nahe liegend, dem deutschen und internationalen Publikum einen Blick in die Vergangenheit zu bieten, ohne die diese Gegenwart nicht denkbar wäre.“

















































